Schwerkraft (Maximilian Erlenwein)
März 18, 2010
Heitere Gangsterkomödie mit Fabian Hinrichs und Jürgen Vogel
Frederik Feinermann (Fabian Hinrichs) führte ein geordnetes, unspektakuläres Leben als Bankangestellter bis sich ein Kunde vor seinen Augen erschießt. Frederik beginnt nun sein bisheriges Leben in Frage zu stellen. Er bricht als Ausgleich mit seinem vorbestraften Kumpel (Jürgen Vogel) nachts in die Villen seiner Kunden ein und wirft immer mehr sein geordnetes Leben aus der Bahn. Die Komödie unterhält mit netten Anekdoten, wenn der Bankangestellte um jeden Preis versucht, sein strukturiertes Leben zu ändern. Ein Gefühl, dass sicher jeder irgendwie nachvollziehen kann. Nicht selten wünscht man sich, aus den Alltagsstrukturen auszubrechen und irgendwas Verrücktes anzustellen. Frederik tut dies jedoch auf extreme Weise indem er plötzlich Mitmenschen droht, “die Fresse zu polieren” und sich zum richtigen Gangster ausbilden lässt. Das geht am Ende soweit, dass er seine kriminelle Energie nicht in den Griff bekommt und nicht mehr aufhören kann.
Die Rolle des dunklen Knast-Kumpel Vince passt ideal zu Jürgen Vogel. Eine Liebesstory wird natürlich auch mit eingebunden und macht Frederiks Leben noch komplizierter als es ist. Der Film ist eine schöne Unterhaltung. Er vermittelt die heimlichen Einbrüche des Bankangestellten mit einer gewissen Heiterkeit und kommt dabei ohne ideologische Verteidigung anarchischer Ideen aus, wie das bei Hans Weingärtners “Die fetten Jahre sind vorbei” der Fall war.
Neben netter Unterhaltung darf der Zuschauer auch einem großartigen Soundtrack lauschen. Die Mischung aus Melancholie und Blues stammt aus der Feder von Jakob Ilja von der Band Element of Crime. Die Musik unterstreicht Frederiks Wunsch, wild und ausgelassen zu leben und dabei auch mögliche Schuldgefühle nach dem Selbstmord in der Bank zu verdrängen. Dass dieses Leben auch irgendwann ein Ende haben muss, ist dabei nur eine logische Konsequenz.
Der Film Schwerkraft ist sicher eine schöne Abendunterhaltung. Es wird aber auch klar, dass die Koproduktion von ZDF und Arte auch als Fernsehfilm produziert wurde, daher sucht der Kinobesucher vergebens nach schönen Umgebungsaufnahmen oder großen Effekten. Man muss den Film nicht im Kino sehen. Eigentlich ist Schwerkraft ein typischer Fernsehfilm, dafür mit tollem Soundtrack!
Kurzkritik: Nette Abendunterhaltung, toller Soundtrack
Trailer zum Film:
Auch wenn ich weder Film noch Trailer gesehen habe, erinnert mich deine Beschreibung ein wenig an “In China essen sie Hunde”. Da geht es auch um einen Bankangestellten, der sich danach sehnt, mal etwas außergewöhnliches zu machen (weil ihn seine Freundin wegen seiner Langeweile verlassen hat) – und dann mit seinem Bruder auf die schiefe Bahn gerät…
http://de.wikipedia.org/wiki/In_China_essen_sie_Hunde